Höre auf, das Richtige zu tun

Höre auf, das Richtige zu tun

Umstellt von drängenden Aufrufen zur sofortigen Weltverbesserung entscheidest du, nicht mehr das Richtige tun zu müssen. Du ent-scheidest, denn du unter-scheidest nicht mehr, trennst dich nicht mehr ab, trennst nichts mehr ab von dir Selbst – und bist frei.

Die Grenze fällt. Du siehst nach draußen und stellst fest: auch das bin ich. All das ist „ich“. Auch und besonders das Schlechte da draußen: ich. Nichts als ich.

Wenn dieses Leben ein Traum ist, aus dem es zu erwachen gilt, dann hilfst du niemandem, wenn du seinen Traum verbesserst. Das Richtige, das Gute – es ist die eine Hälfte nur, die eine Seite nur des Ganzen.

Ganz werden, heil werden, eins werden. Hineinnehmen, aufnehmen und nichts mehr außen bekämpfen, weil innen alles dazu gehört, auch und besonders das Falsche, das Grauen, der Schatten.

Das Gute und Richtige tun – und den Schatten verleugnen und verstecken bis er hervorbricht – unter den Guten! – als das Fallbeil der Jakobiner, in den Straflagern der Gerechten.

Oder Eins-werden und annehmen in der Stille, im Selbst, das alles ist – und deshalb nichts mehr sein und nichts mehr werden oder verbessern muss. Ein neues Bewusstsein wird diesen Planeten retten – nicht die Beseitigung aller Missstände. Die Stille ist der Ort der Heilung, der Ganzwerdung, die Stille in dir, die alles annehmen will.

ES IST EIN SPIEL UND DU GEWINNST ES

ES IST EIN SPIEL UND DU GEWINNST ES

Jeder Augenblick, jeder Atemzug, jeder bewusste oder unbewusste Gedanke, jeder Windhauch, jedes Geräusch oder Gefühl, jede Bewegung und Berührung ist von höchster Wichtigkeit, ist da, jetzt, für dich. Es ist dein ganzes Leben. Jetzt. Es gibt keine Details.

Aber es gibt auch nichts darüber hinaus.

Das Große und das Ganze, das System und das Prinzip, das Zusammenspiel von Allem, es ist nichts als ein Spiel.

Und du spielst es aufmerksam in jedem Moment, in jedem Hauch deines Seins – aber wissend: es ist insgesamt nur ein Spiel.

Und du gewinnst es.

KANNST DU DAS PARADIES ERTRAGEN?

KANNST DU DAS PARADIES ERTRAGEN?

Achtzigtausend Gedanken in deinem Kopf, jeden Tag, ein Radioprogramm, das spricht und spricht und eine Welt konstruiert, die es nie gab. Und es konstruiert ein ”ich”, das du nie warst. Dein wahres Selbst ist von einer Größe und Schönheit, die deine Gedanken nicht erfassen können.

Draußen: das Paradies.
Du: der reichste Mensch auf Erden.
Kannst du das ertragen?

In der Stille, im Kontakt zum Körper und zum Atem gibt es keine Alternative.
Da ist nur das Selbst, das du wirklich bist und immer warst – und es beobachtet dieses ich, das du nie warst: liebevoll, geduldig, abwartend und wissend.

Das falsche du wird gehen und vergehen, die achtzigtausend Gedanken ziehen vorüber.
Und auch du gehst vorüber, gehst gerade jetzt durch das Paradies dieser deiner Realität.

Beginne, es zu ertragen.
Beginne dann, es zu genießen indem du erwachst zum Leben und zur Liebe.
Denn jetzt bleibt nur Liebe. Die Liebe, die Du immer warst – und in allem um dich herum.

In der Achtsamkeit spürst du die Zärtlichkeit Gottes

In der Achtsamkeit spürst du die Zärtlichkeit Gottes

Meditiere nicht. Sitze einfach. Atme. Lass dir Zeit, viel Zeit. Gehe atmend und sitzend über die Zeit hinaus und in sie hinein, gehe leichten Schrittes in die Wahrheit der Zeit hinein: ins Jetzt.

Praktiziere keine Gehmeditation. Gehe einfach. Spüre den Boden, den Fuß, den Schritt, die Muskeln, die sanfte Berührung der Kleidung auf deiner Haut.

Fühle. Rieche. Sieh und schmecke dies alles, denn es hat den Geschmack der Freude. Und höre, höre genau hin, lausche auf alles, was klingt und was nicht klingt, in dir und außerhalb von dir.

Jeder Windhauch wird zu einem zärtlichen Streicheln einer liebenden Hand, jedes vorbeifahrende Motorrad zu einem lieben Wort, in dein Ohr geflüstert, leise und zart. Jeder Duft und Gestank überrascht deine Sinne liebevoll, jede Störung wird zum Liebesgeschenk, eingepackt in lustiges Papier, jeder Gedanke zum gern gesehenen Gast, der kommt, eine Weile bleibt und seiner eigenen wunderbaren Wege gehen darf.

Du bist geliebt, zutiefst geliebt und in der Stille findest du das Streicheln Gottes, die Zärtlichkeit des Lebens für dich. Du wusstest es. Doch es war immer schon so nah, dass es unmöglich schien: so viel Glück, so viel Liebe ohne Mühe, ohne Aufwand, ohne Angst.

DIE LIEBE, DIE DU VERDIENST

DIE LIEBE, DIE DU VERDIENST

Mehr als alles andere, wollen wir gesehen werden.
Gesehen werden in erwachter Annahme, ohne jedes Urteil.
Gesehen werden von liebenden Augen.

Denn ”gesehen werden” ist das, was wir am meisten fürchten.
Mehr als den Tod
fürchten wir den stechenden Blick der Intimität.

Und sehnen uns doch danach.

So viel Mut ist nötig, dich zu zeigen!
Die Maske abnehmen, das Schlimmste fühlen
schlimm aussehen
ohne die Maske (obwohl du darunter ersticktest) und sagen:
”Schaut. Seht her, die ganze Welt: hier bin ich”.

Dich zu zeigen
bevor du bereit bist.

Wenn du dich verfault fühlst, schmutzig, verkommen und wenig liebenswert, unentwickelt, langweilig, konfus, einsam, gebrochen, traurig, wütend und verletzt – dich dann sehen zu lassen.

Da, in diesen groben Ort deiner Scham,
lass dort das Licht hinein.

Komm aus dem Versteck und laden jemanden ein,
in diese ”private” Welt.
Lass diesen Jemand dein wahres, authentisches Du erleben.
Hinter der armseligen Schutzwand unserer Identität.

Sag:”Schau mich an, hier bin ich”.

Geh das Risiko ein, geliebt zu werden!
Geh auch das Risiko ein, abgelehnt zu werden, ja.

Das Risiko, dich wieder einmal zu schämen, ausgelacht zu werden, lächerlich zu sein, wieder einmal, vielleicht.
Das Risiko, ein Verlierer zu sein.
Krank, gebrochen, hässlich und schwach.

Aber das Risiko, geliebt zu werden?

Ja. Geh dieses Risiko heute ein!
Das Leben ist kurz.
Welch anstrengender Versuch,
dein Selbst zu unterdrücken!

Zeig dich ungeschönt.
Zeig deine Verletzlichkeit.
Zeig das Du, das keinen Schutz hat,
keine Antworten und keine Erfahrung.
Das unvollständige Du, das fehlerhafte Du.
Zeig es. Zeig es jetzt.

Deine tiefste Scham wird nur im Licht deiner Liebe geheilt.

Deine Schwächen
sie sehnen sich nach nichts anderem
als nach zärtlicher Bewusstheit,
nach einer so bewussten Zartheit,
dass sie Universen gebären kann,
nur um sich selbst zu finden.

Du kannst jetzt in die Arme eines liebenden Menschen fallen.
Der dich hält. Nackt. Ungeschützt und unvollkommen.

Liebenswert.
Genau so, wie du bist.

Nur dies ist die Liebe, die du verdienst.
Nur diese wahre Menschenliebe, die Liebe Gottes.

Eine Liebe, die dich in Güte badet,
wenn du dich am meisten schämst,
am meisten ängstigst,
deinen Weg so ganz verloren hast.

Wenn du dich am kleinsten fühlst
wird diese riesengroße Liebe dich halten.

Gib dich niemals mit weniger zufrieden.

– Jeff Foster

Übersetzung: Volker Winkler