TRANSPARENT WERDEN

Es ist kein Verschwinden. Es ist ein Da-Sein, ein tief verwurzeltes Dasein, wie das Dasein eines Busches, eines Grashalms, eines Baumes.

Und doch verschwindet etwas, während der Atem fließt und kommt und geht. Etwas verschwindet um mich herum und lässt den Kern umso heller strahlen, während jedoch auch er, der Kern, durchlässig wird und offen. Offene Weite, nichts von heilig.

Transparent werden in der Meditation heisst nicht, sich aufzulösen, es heisst nicht, eins zu werden mit allem anderen, es heisst nichts, es ist nicht von Bedeutung, denn da ist einfach etwas, es ist – und braucht nicht mehr zu sein.

Der Windhauch des Sommers geht durch mich hindurch und ist nicht mehr zu trennen vom Windhauch meines Atems. Die Autoalarmanlage in der Ferne ist das Mantra, das Ziel, das Heiligtum, die Freiheit und die Leerheit. Auch sie ist einfach – und darf jetzt sein, in mir und ohne mich.

Das Gras wächst auch ohne mich. Und alles wächst aus mir heraus und durch mich hindurch – auch ohne mich.

Transparent werden in der Meditation heisst nicht, ohne Selbst zu sein, leer zu sein, frei zu sein. Es heisst all das nicht, denn all das ist, besteht, hat Bestand und Gestalt in meinem Geist. Keinen Bestand mehr haben, nicht mehr bestehen und doch sein, in einer ewigen Gestalt, in einer ewigen gewaltigen Kraft – vielleicht heisst „es“ das. Und dieses „es“ ist einfach Stille, nichts als Stille.

Was könnte einfacher sein?

“Gehmeditation im Alltag”, von Volker Winkler – im Buchhandel erhältlich oder hier bestellbar: http://ow.ly/JthgF

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