Das Licht anmachen

Liebe und Angst – das ist die zentrale Polarität des Universums, der Welt, des Seins. Liebe und Angst sind keine Emotionen – oder nicht nur Emotionen – sie sind Seinszustände, Energiezustände, es sind die beiden Arten des Seins, die beiden zentralen Energien der Existenz.

Die Menschen haben diese beiden zentralen Energien in der Geschichte und in ihren Mythen und Erklärungen verschieden bezeichnet, zum Beispiel als ”gut” und ”böse”, als Gott und Teufel, als Himmel und Hölle, als ethisch erstrebenswert oder verwerflich, als Tugend und Sünde, als richtig und falsch. Sicher ist, dass wir uns als Menschen zwischen diesen beiden Polen wiederfinden, dass unsere Existenz sich auf dieser Bühne abspielt, dass wir diese beiden Zustände kennen:  das Licht und die Dunkelheit.

Licht und Dunkelheit – bzw. Liebe und Angst – sind jedoch kein Gegensatz. Licht und Dunkelheit bilden die Einheit, die wahre Realität, die wir mit unserem begrenzten Blick nicht erfassen können, weil unser Blick nicht weit genug reicht, der wir uns aber mit Hilfe des Beobachters in uns, mit Hilfe der Meditation nähern können. 

Dunkelheit besteht dort, wo Licht abwesend ist. Wenn das Licht kommt, geht die Dunkelheit. Wir müssen die Dunkelheit nicht analysieren, verstehen, gedanklich durchdringen, wir müssen sie nicht bekämpfen, beseitigen oder besiegen, wir müssen sie nicht als unbesiegbar anerkennen und uns ihr ergeben, weil sie ohnehin stärker ist. Wir müssen all dies nicht tun. Es reicht, das Licht anzumachen. Es reicht, das Fenster zu öffnen. Wenn das Licht kommt, geht die Dunkelheit. Wenn die Liebe kommt, geht die Angst. 

Meditation bedeutet genau dies: das Licht anmachen. Meditation dient nicht zur Beseitigung des Leidens, zur Trennung vom Schlechten, zur Abkapselung gegenüber der Angst. Meditation heißt: beobachten. Meditation heißt: hinschauen und annehmen, was ist, so, wie es ist. Meditation heißt: das Licht hereinlassen. Und die Dunkelheit wird – mit Sicherheit und Leichtigkeit – gehen. Die Angst, deine Angst darf – mit Sicherheit und Leichtigkeit – gehen. Das Einzige, was zu tun ist, ist dies: mach das Licht deines Bewusstseins an und schaue hin. Schaue hin, in der Meditation und zunehmend auch außerhalb, und versuche nicht, deine Angst zu leugnen, zu bekämpfen, zu erklären und zu beseitigen. Alles um dich herum ist dafür organisiert, genau dies zu tun: Angst leugnen, indem wir immer weiter behaupten werden, dass es uns ”gut” geht, Angst bekämpfen durch Alkohol, Sex, Pillen und Unterhaltung, Angst erklären, indem wir anderen und der Welt um uns herum die Schuld geben und schließlich (scheinbar) die Angst beseitigen, indem wir ihr keinen Raum geben, indem wir ihr die Daseinsberechtigung absprechen – das ist das Leben um dich herum, das sind die Gewohnheiten fast aller, das sind auch deine Gewohnheiten. Hinschauen, das Licht anmachen, ist nicht an sich schwierig, es ist nichts, woran du scheitern könntest, weil du es nicht schaffst – aber es ist schwer, denn du bist damit scheinbar zunächst allein und wendest dich gegen alle um dich herum und gegen deine eigenen Gewohnheiten. Du wist das Licht anmachen und viele um dich herum werden zurückschrecken, denn du tust genau das, wovor sie die größte Angst haben. Dies ist kein Grund, das Licht nicht anzumachen. Aber sei gewarnt: du gehst einen neuen Weg, einen mutigen Weg, einen Weg, der anders ist als derjenige aller anderen. Was du brauchst, ist vor allem Kontinuität. Du brauchst die Sicherheit einer neuen Routine, die Sicherheit deiner täglichen Praxis, deiner neuen Normalität. Du lebst im Licht. Du lebst in der Liebe. Du bist dort gar nicht so allein, wie es zunächst den Anschein hat. Aber deine Gewohnheiten und fast alle um dich herum werden dich immer wieder in die Dunkelheit ziehen wollen – du brauchst tägliches Training, um diesem Sog nicht zu folgen. Du brauchst eine tägliche Meditationspraxis. Dann werden das Licht und die Liebe bald ganz normal werden. Dann werden Dunkelheit und Angst zurückweichen und ihre Macht über dich verlieren.

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