WIE GEHT ES DER WELT?

WIE GEHT ES DER WELT?

Die Frage nach dem Zustand dieser Welt können wir auf verschiedene Weise stellen und beantworten. Wir können zum Beispiel nach dem ”objektiven” Zustand unserer Welt fragen, danach, wie es ihr ”wirklich” geht, und können entsprechende Zahlen und Daten zusammen tragen und interpretieren.

Wir können außerdem den heutigen Zustand der Welt mit früheren Zuständen vergleichen.

Wir können den Zustand der Welt aber auch als etwas begreifen, was von meinem eigenen Zustand nicht getrennt ist. Dies bedeutet, dass die Frage nach dem Zustand unserer Welt mich direkt zu der Frage führt: wie geht es mir?

Die Frage ”wie geht es mir” entspricht wiederum die Blickrichtung der Introspektion, der Innenschau. Die Frage ”wie geht es mir” führt mich demnach zur Meditation und somit in die Stille.

Sind also die Fragen danach, wie es mir geht und wie es der Welt geht, verbunden? Sind sie nicht voneinander zu trennen?

In der Quantenphysik hat man in dem sogenannten ”Doppelspaltexperiment” festgestellt, dass Quantenteilchen wie Licht, Elektronen oder Atome ihr Verhalten auf unerklärliche Weise ändern, wenn ein Beobachter hinschaut. Das Bewusstsein des Beobachters scheint das Verhalten des Teilchens entscheidend zu beeinflussen.

Bedeutet dies, dass ich den Zustand der Welt bereits verändere, indem ich ein kleines Teilchen dieser Welt, nämlich mich oder genauer mein Innenleben, beobachte?

In der Introspektion der Meditation betrachten wir unseren Geist mit Hilfe unseres Geistes, es entsteht eine interessante Konstellation aus einem Beobachter-Geist und einem beobachteten Geist. Der beobachtete Geist erstrahlt dabei anfangs in seiner ganzen Anfälligkeit für die Leiden und Wechselfälle der Existenz: er ist mal nervös und unruhig, ungeduldig und rastlos, er kann ruhig und entspannt sein, er ist gelegentlich verbissen und aversiv, dann auch mal träge und lustlos, dann wieder gesammelt und offen, oder abgelenkt und unkonzentriert und so weiter, je nach Situation und Tagesform. Der Beobachter-Geist jedoch ist vollständig anders und immer gleich: er ist nichts anderes als reine Betrachtung. Er bewertet nicht, er verstrickt sich nicht, er verurteilt nicht. Er zieht keine Schlussfolgerungen, er sieht keinen Änderungsbedarf und deshalb versucht er auch nicht, irgend etwas zu verändern – er sieht, er beobachtet, aufmerksam und friedlich. Das ist alles, das ist sein Wesen und seine Natur.

Dieser Teil unseres Geistes, dieser Beobachter-Geist, ist uns allen eigen und er ist bereits erleuchtet und befreit. Er hat nichts mehr zu gewinnen oder zu verlieren, er ist reines Sein, reine Beobachtung.

Dies ist eine frohe Botschaft. Sie besagt: alles, was wir suchen und anstreben, ist bereits in uns.

Vor allem aber bietet sich hier eine praktische Möglichkeit der Veränderung meiner Innenwelt und der äußeren Welt: ich kann mehr und mehr mit diesem wachen, offenen und erleuchteten Beobachter-Geist auf mich und auf die Welt schauen und ich kann mein Handeln auf der Grundlage dieses Geistes geschehen lassen.

Wie geht es mir und diesem Teil der Welt, meinem Teil, dann? Wie geht es der Welt dann?

TERROR UND ACHTSAMKEIT

TERROR UND ACHTSAMKEIT

Samstage sind meine Achtsamkeitstage. Viel Meditation, Atem, Stille, Natur – einfach gehen, einfach atmen, einfach sein. Das sind die schönsten Tage. Kein Geld, keine Reise, keine großartige Erfahrung kann diese banale Schönheit übertreffen.

In Paris ermorden ehrlose Verbrecher wehrlose Menschen. Ihr Ziel: Angst schaffen, in uns, in mir.

Was tun? Nun, in meinem Fall: Meditation, Atem, Stille, Natur – einfach gehen, einfach atmen, einfach sein. Denn das sind und bleiben die schönsten Tage. Auch heute. Warum nicht?

Und die ehrlosen Verbrecher erreichen ihr Ziel in mir nicht. Keine Angst. Kein Hass. Trauer, ja. Aber auch Genuss eines schönen sonnigen Herbsttages voller Achtsamkeit, Stille und Frieden. Ja Frieden. Auch den können sie mir nicht nehmen.

Schönes achtsames Wochenende!
Volker

MIT DEM JETZT KONTAKT AUFNEHMEN

MIT DEM JETZT KONTAKT AUFNEHMEN

„Wir können darauf vertrauen, dass es reicht, mit dem Jetzt Kontakt aufzunehmen, immer wieder, Tag für Tag, in scheinbar sehr repetitiven Ritualen.

Da ist der Atem. Da sind die Sinne. Und da ist der Geist. Wir spüren den Atem, nehmen Kontakt zu ihm auf, bleiben in Kontakt mit ihm. Wir spüren, was unsere Sinne uns melden, nehmen es wahr, wach, offen, geduldig. Und wir sehen unseren Geist, schauen gleichsam hinein, wach, offen und nachsichtig mit uns und den anderen. Das ist alles. Wir tun das oft. Wir tun es täglich, wir tun es, wann immer wir können. Mehr gibt es kaum zu tun. 

Dies wird uns befreien. Viele andere vor uns haben sich so befreit von Unzufriedenheit und ständiger Angst. Warum sollte es uns nicht gelingen?“

“Gehmeditation im Alltag”, von Volker Winkler – im Buchhandel erhältlich oder hier bestellbar: http://ow.ly/JthgF

TRANSPARENT WERDEN

TRANSPARENT WERDEN

Es ist kein Verschwinden. Es ist ein Da-Sein, ein tief verwurzeltes Dasein, wie das Dasein eines Busches, eines Grashalms, eines Baumes.

Und doch verschwindet etwas, während der Atem fließt und kommt und geht. Etwas verschwindet um mich herum und lässt den Kern umso heller strahlen, während jedoch auch er, der Kern, durchlässig wird und offen. Offene Weite, nichts von heilig.

Transparent werden in der Meditation heisst nicht, sich aufzulösen, es heisst nicht, eins zu werden mit allem anderen, es heisst nichts, es ist nicht von Bedeutung, denn da ist einfach etwas, es ist – und braucht nicht mehr zu sein.

Der Windhauch des Sommers geht durch mich hindurch und ist nicht mehr zu trennen vom Windhauch meines Atems. Die Autoalarmanlage in der Ferne ist das Mantra, das Ziel, das Heiligtum, die Freiheit und die Leerheit. Auch sie ist einfach – und darf jetzt sein, in mir und ohne mich.

Das Gras wächst auch ohne mich. Und alles wächst aus mir heraus und durch mich hindurch – auch ohne mich.

Transparent werden in der Meditation heisst nicht, ohne Selbst zu sein, leer zu sein, frei zu sein. Es heisst all das nicht, denn all das ist, besteht, hat Bestand und Gestalt in meinem Geist. Keinen Bestand mehr haben, nicht mehr bestehen und doch sein, in einer ewigen Gestalt, in einer ewigen gewaltigen Kraft – vielleicht heisst „es“ das. Und dieses „es“ ist einfach Stille, nichts als Stille.

Was könnte einfacher sein?

“Gehmeditation im Alltag”, von Volker Winkler – im Buchhandel erhältlich oder hier bestellbar: http://ow.ly/JthgF