ES IST EIN SPIEL UND DU GEWINNST ES

ES IST EIN SPIEL UND DU GEWINNST ES

Jeder Augenblick, jeder Atemzug, jeder bewusste oder unbewusste Gedanke, jeder Windhauch, jedes Geräusch oder Gefühl, jede Bewegung und Berührung ist von höchster Wichtigkeit, ist da, jetzt, für dich. Es ist dein ganzes Leben. Jetzt. Es gibt keine Details.

Aber es gibt auch nichts darüber hinaus.

Das Große und das Ganze, das System und das Prinzip, das Zusammenspiel von Allem, es ist nichts als ein Spiel.

Und du spielst es aufmerksam in jedem Moment, in jedem Hauch deines Seins – aber wissend: es ist insgesamt nur ein Spiel.

Und du gewinnst es.

In der Achtsamkeit spürst du die Zärtlichkeit Gottes

In der Achtsamkeit spürst du die Zärtlichkeit Gottes

Meditiere nicht. Sitze einfach. Atme. Lass dir Zeit, viel Zeit. Gehe atmend und sitzend über die Zeit hinaus und in sie hinein, gehe leichten Schrittes in die Wahrheit der Zeit hinein: ins Jetzt.

Praktiziere keine Gehmeditation. Gehe einfach. Spüre den Boden, den Fuß, den Schritt, die Muskeln, die sanfte Berührung der Kleidung auf deiner Haut.

Fühle. Rieche. Sieh und schmecke dies alles, denn es hat den Geschmack der Freude. Und höre, höre genau hin, lausche auf alles, was klingt und was nicht klingt, in dir und außerhalb von dir.

Jeder Windhauch wird zu einem zärtlichen Streicheln einer liebenden Hand, jedes vorbeifahrende Motorrad zu einem lieben Wort, in dein Ohr geflüstert, leise und zart. Jeder Duft und Gestank überrascht deine Sinne liebevoll, jede Störung wird zum Liebesgeschenk, eingepackt in lustiges Papier, jeder Gedanke zum gern gesehenen Gast, der kommt, eine Weile bleibt und seiner eigenen wunderbaren Wege gehen darf.

Du bist geliebt, zutiefst geliebt und in der Stille findest du das Streicheln Gottes, die Zärtlichkeit des Lebens für dich. Du wusstest es. Doch es war immer schon so nah, dass es unmöglich schien: so viel Glück, so viel Liebe ohne Mühe, ohne Aufwand, ohne Angst.

Geh gelassen durch unruhige Zeiten

Geh gelassen durch unruhige Zeiten

Du fühlst jeden Schritt bewusst. Du spürst kleinste Details des Fußkontaktes und der Bewegungen deiner Beine, deiner Arme, deines Rückens. Je bewusster dein Schritt wird, desto mehr gehst du um zu gehen, nicht um anzukommen. Je bewusster dein Schritt wird, desto mehr lässt du dich von all dem überraschen und begeistern, was dein Verstand übergeht und als bekannt und unerheblich betrachtet.

So gehst du mit Freude, in der Freude und immer mehr in die Freude, tiefer und tiefer. Jeder Schritt ein Genuss, egal wo und egal wohin. Egal auch, wie momentan deine Lebenssituation ist, denn deine Lebenssituation ist nicht dein Leben. Dein Leben ist jetzt, ist dieser Schritt, dieses Gefühl, jetzt, nur jetzt.

Gehst du im Jetzt dann gehst du mit unendlicher Stabilität und Kraft. Gehst du mit jedem Schritt mehr und mehr heraus aus dem Gefängnis der Unbewusstheit und mehr und mehr hinein in die Freude der Bewusstheit, dann gehst du gelassen und frei – auch durch unruhige Zeiten und über holprige Wege. Und es darf dann egal sein, wohin dein Weg genau führt. Er führt dich von selbst, dein Weg. Der Weg selbst ist deine Führung, du wirst geführt, von ihm, von dir und vom Jetzt. Vertraue darauf und genieße. Jeder Schritt zeigt dir: es geht. Du gehst. Bewusst und frei.

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„Und über alles legt sich schnell wieder der Schleier der Gedankenaktivität, bald dumpf und diffus, bald in klareren Urteilen, Bewertungen, Kommentaren, Vergleichen etc. Das ist normal und ganz natürlich. Kehren Sie einfach wieder zum Atem und zu dem ruhigen Rhythmus ihrer Schritte zurück: Einatmung – links, Ausatmung – rechts.“

„Gehmeditation im Alltag“: http://ow.ly/ZLReK

Lass dich vom Leben überraschen

Lass dich vom Leben überraschen

In der Achtsamkeitspraxis wird es zur Attraktion, dass wir eine Tasse Tee in die Hand nehmen und zum Mund führen. Wir fühlen die Bewegung des Arms, die An- und Abspannung der Muskeln, die Bewegung der Gelenke, das Material und das Gewicht der Tasse, riechen den Geruch der Tasse und des Getränkes und spüren schließlich den Kontakt der Lippen an dem Gefäß. Es gibt noch weit mehr zu spüren und wahrzunehmen – und das eigentliche Trinken hat dabei noch gar nicht stattgefunden.

Warum tun wir das? Was ist der Nutzen daran, Alltagsbanalitäten so genau unter die Wahrnehmungslupe zu nehmen?

Hierauf gibt es mehr als eine Antwort. Aber nach vielen Jahren der Meditation und Achtsamkeitspraxis würde ich sagen: es geht um Freude und es geht darum, das Leben interessant zu machen, bzw. interessant zu lassen.

Ein auf diese Art trainierter Geist findet nichts mehr langweilig. Ein Geist, dessen Wahrnehmungsfähigkeit durch Achtsamkeitspraxis geschärft wurde, ist in der Lage, sich von allem überraschen zu lassen. Die Vermutung, ich würde wissen, was als nächstes geschieht, fällt weg.

Ich trete aus dem Haus auf die Straße und weiß eben nicht, was mich dort erwartet. Ich weiß nicht, was ich in den nächsten Sekunden und bei den wenigen bekannten Schritten, die mich jetzt erwarten, sehen und erleben werde. Im Gegenteil: ich weiß sicher, dass ich einen Moment erleben werde, der nur vollständig einzigartig sein kann. An diesem Tag, zu dieser Jahreszeit, mit diesem Wetter, bei diesem Licht, mit dieser Stimmung, in genau diesem Alter und unter den jetzigen Bedingungen habe ich diese Straße nie gesehen und ich werde sie so nie wieder sehen. Das ist die Wahrheit. Und es ist, wie so oft, eine Wahrheit, die unseren Verstand langweilt. Aber das macht diese Wahrheit nicht weniger wahr und die Szenerie auf der Straße vor meiner Haustür nicht weniger interessant.

Ich muss diese Szenerie nur wahrnehmen. Mehr gibt es nicht zu tun. Ich kann dabei nichts falsch machen und es gibt dabei nichts zu erreichen. Es gibt keine besonders gute Achtsamkeit und es gibt keine schlechte. Es gibt kein Ziel der Achtsamkeit. Es gibt nur das Sein. Und dieses Sein, dieses reine Sein, ist das spannendste und das interessanteste, was es gibt. Vielleicht ist es sogar das einzige wirklich spannende und wirklich interessante, was es überhaupt gibt. Wir müssen es nur wahrnehmen. Das ist alles.

Lass dich überraschen.